Auf einer geheimnisvollen Insel sicher notgelandet

Jamaika Hendrik...Reisetrip in die Karibik und zu sich selbst

Das etwas andere Besinnungswochenende!

Vom 7. – 9. Dezember 2012 fand wieder ´mal ein Wochenende speziell für junge Erwachsene statt, diesmal auf dem Wohldenberg.

Unter der Ober-Überschrift „Mein nächster Schritt“ näherten wir uns dem, was uns im Inneren bewegt, was uns ausmacht, was uns treibt und zieht; ja, auch, was Gott von einem will…

 

Um in der kalten Jahreszeit auf warme Gedanken zu diesem heißen Thema zu kommen, versetzten wir uns in „Verreisestimmung“ : Die neun Teilnehmer wurden von Liese Beuchert (TABOR) und Hendrik Becker (Ministrantenpastoral) als Reiseleitung begrüßt, mit folgenden packenden Werbesprüchen: „ROBINSON-REISEN / Immer für eine Überraschung gut. Oder auch: Wir bringen Sie ´rauf! Runter kommen Sie dann von alleine!“

 

Am Freitag wurden noch Urlaubspläne gesponnen: Eine Collage von den Traumurlaubszielen wurde entworfen: „Stellt euch vor, da könnt ihr an diesem Wochenende hinfliegen!“

Dann wurden „Lebenscocktails“ gemacht, mit Blue Curacao & Co.: Welche Farbe hat mein Leben, was macht mich aus, was ist süß, bitter, was sauer… Alle durften ´mal reihum probieren.

 

Einweisung der PassagiereAm Samstag ging es dann in den Flieger: Flugkapitän Mayday begrüßte die Passagiere und Stewardess Peggy sorgte für den obligatorischen Tomatensaft. Uuups, leider gab es Turbulenzen, das Flugzeug neigte sich in alle möglichen Richtungen und die Passagiere mussten mit. Sie wurde kräftig durchgerüttelt, als sie schließlich auf einer geheimnisvollen Insel landeten. Sicher notgelandet – aber noch nicht gerettet.

Die Crew blieb im Flieger um Kaffee für alle zu kochen. Die Passagiere wurden losgeschickt, um die Gegend zu erkunden und sich Hütten zu bauen – für unbestimmte Zeit: Wie würde ich mich „mit nichts“ einrichten? Geht das überhaupt. Hier ging es ans Eingemachte und interessant waren die versteckten, ursprünglich nicht angezielten Botschaften jedes einzelnen: Warum baut er/sie so und nicht anders, warum an dieser oder jener Stelle. Der eine bewegte richtig Holz, der andere nutzte vorgefundene Ruinen.

Die Bauten wurden besichtigt und gewürdigt; der jeweilige Baumeister kam zum Schluss dran, um zu sagen, was er sich dabei gedacht hatte.

 

Nachmittags ging es wieder in das Flugzeugwrack (im Bolivienkeller) und man versuchte mit der Methode des assoziativen Schreibens sich allerhand von der Seele zu schreiben: Was liegt mir im Moment auf der Seele? Wo drückt der Schuh, aber was sind auch verborgene Wünsche und Träume?

Schließlich stellten wir uns vor, dass wir gerettet worden sind: Jeder und jede kam an das gewünschte Urlaubsziel. Partystimmung und jeder konnte ein Urlaubsfoto von sich machen lassen: Was will ich den Daheimgebliebenen für eine Botschaft senden? Was für einen Eindruck sollen sie von meinem Urlaubsziel bekommen? – Auch hier war es wieder eine Typfrage.

Gegenseitig gab man sich Rückmeldung, wie man den andern empfunden hat; was man von ihm/ihr kennengelernt hat, und schätzen gelernt hat.

 

Am Abend gab es dann noch einen stimmungsvollen Gottesdienst, selbstgemacht, im Urlaubsparadies. Wir lernten die Methode des Bibliologs kennen, in der man sich assoziativ dem Bibeltext (vom versinkenden und geretteten Petrus…) nähert, indem man in verschiedene Rollen und Perspektiven des Textes schlüpft. Eine Agape und anschließende Feier beendete den Tag.

Cocktail

Am Sonntag ging es ans Briefeschreiben: Der Blick in die Zukunft wurde gewagt! Was nehme ich mir vor, war das erste: Mein erster Schritt… Und was wünsche ich dem anderen? Das konnte man in einen Brief an einen anderen Teilnehmer schreiben; die Briefe werden nach ca. 6 Monaten an die Adressaten verschickt. In einer Reflexionsrunde kamen nochmal die besonderen Bedürfnisse der jungen Erwachsenen hoch: Sie sind nicht mehr in der Jugend und für Kinder und Jugendliche tätig, aber gehören noch nicht zu den jungen Familien. Sie baten darum, dass man auf ihre spezifischen Bedürfnisse Rücksicht  nimmt und weiterhin entsprechende Angebote entwirft. Freilich gibt es schon Angebote für junge Erwachsene.

 

Den Abschluss bildete eine Heilige Messe mit den Kolpingkindern, die gleichzeitig auf dem Wohldenberg waren, mit Martin Mahrahrens als Zelebranten.

 

Alle reisten wieder erschöpft, aber bereichert ab. Sicher blieben noch Fragen offen; aber man wurde auf andere Gedanken gebracht – wie sich das für eine Reise gehört.

HENDRIK BECKER