Romwallfahrt 2010, was bleibt. Bericht des Gruppenleiters Lucas Dinter.

Was bleibt? - Wer glaubt, ist nie allein!

Was nehmen junge Menschen eigentlich von einer Pilgerfahrt mit? Pilgern junge Menschen überhaupt? Was hat Jugend eigentlich noch mit Kirche zu tun? Was bleibt von einer solchen Wallfahrt über?

 

Im vergangenen Sommer haben sich knapp 60.000 junge Menschen aus aller Welt auf den Weg nach Rom zur Internationalen Ministrantenwallfahrt gemacht. Mit dabei waren 250 Messdiener aus der Diözese Hildesheim, davon knapp 20 Jugendliche aus den katholischen Pfarrgemeinden in Gifhorn, Meine und Meinersen. Eine Woche haben die Jungen und Mädchen die „ewige Stadt“ erkundet, Gottesdienst gefeiert und andere Messdiener aus allen Ländern der Erde kennengelernt. Auch Papst Benedikt XVI. haben die Jugendlichen getroffen. Der Papst hatte extra seinen Sommerurlaub unterbrochen, um die Jugendlichen in einer großen Audienz auf dem Petersplatz zu begrüßen.

Kaplan Robert Solis, der die jungen Menschen nach Rom begleitet hat, beschreibt die Wallfahrt als ein unvergessliches Ereignis, das den Jugendlichen, der Gemeinde, aber auch ihm selbst viele neue Impulse gegeben habe. Davon konnte man am vergangenen Sonntag sehr viel in der katholischen Pfarrkirche St. Andreas in Meine spüren. Die ehemaligen Pilger hatten zu einem Gottesdienst eingeladen und das, obwohl viele der ehemaligen „Römer“ mittlerweile in ganz Deutschland verstreut sind, beispielsweise in Magdeburg und Erfurt. An diesem Sonntag waren jedoch alle in Meine. Gemeinsam hatten die jungen Menschen auch über die weiten Entfernungen einen Gottesdienst vorbereitet, der von Kaplan Robert Solis in der bis zum letzten Stehplatz gefüllten Kirche zelebriert wurde.

Deutlich konnte man spüren, dass Begeisterung, Freundschaft und Gemeinschaft der Pilgertage nicht verflogen sind. Nach wie vor trifft sich die ehemalige Gruppe in regelmäßigen Abständen und geht gemeinsam ins Theater, schaut Filme, singt und lacht miteinander, gestaltet und feiert gemeinsam Gottesdienst. Auch die nächsten Aktionen, beispielsweise eine gemeinsame Fahrt, sind bereits in Planung.

Im Gottesdienst dachte man über einen Satz des Heiligen Johannes Bosco nach, der einmal Kinder und Jugendliche als Edelsteine bezeichnet hatte, die auf der Straße liegen und nur aufgesammelt werden müssten. Für Gruppenleiter Lucas Dinter ist jeder dieser jungen Christen ein solcher Edelstein. Nach seinen Worten lassen diese Jugendlichen mit ihrem Elan, ihrem Engagement und ihrer Kreativität die Kirche auch in scheinbar dunklen Zeiten glänzen. Die ehemaligen Pilger sind mittlerweile in ihren Kirchengemeinden auf vielfältige Art und Weise aktiv. Sie musizieren im Gottesdienst oder leiten Messdiener – oder Sternsingergruppen mit.

Mit solchen Jugendlichen, da sind sich Solis und Dinter einig, brauche man sich keine Sorgen um die Zukunft der Kirche machen. Das spürte man bereits bei der Gottesdienstgemeinde, die sich von der Begeisterung der Jugendlichen gerne anstecken ließ. Bei den Wallfahrtsliedern sangen und klatschten alle Gottesdienstteilnehmer kräftig mit.

Was bleibt? Schlussendlich hat sich der Pilgerwunsch von Papst Benedikt XVI. erfüllt. Die Jugendlichen sind „im Glauben gestärkt, in der Hoffnung ermutigt, in der Liebe beschenkt“ und sie spüren genau „wer glaubt, ist nie allein“.

Bericht: Messdiener, St. Andreas, Meine.

 

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