Kreuz&Quer-Gottesdienst: "Sturmfrei" in Wremen

Nicht nur das ev. Gemeindehaus im verträumten Fischerdorf Wremen hatte man unserer Bistumsjugend für das Kreuz&Quer-Treffen am Tag der Deutschen Einheit als "sturmfreie Bude" überlassen, auch die Wurster Nordseeküste blieb "sturmfrei". Dabei stand das Treffen und der Jugendgottesdienst ganz im Zeichen des "Sturmes".

Das gemütliche Gemeindehaus war um 15 Uhr „brechend voll", über 40 Jugendliche waren angereist, so dass die Jugendlichen aus Wremen und Bremerhaven eiligst weitere Stühle vom alten Dachboden holten. Dass sich so viele auf den Weg in den hohen Norden machten, damit hatte niemand gerechnet. Begeisterung pur - aber auch eine kleine Vorahnung: Ob das mitgebrachte Abendbrot-Buffet der Bremerhavener wohl reichen würde für so viele?

Aber es war Feiertag und damit jeder Chance auf weitere Nahrungsbeschaffung abgelaufen. Nun gut, weiter zum Sturm: Weil die Dekanatsjugendreferentin der festen Meinung war, dass sich an der 10 Minuten entfernten Küste auf jeden Fall eine steife Brise anbahnen würde, da das Wasser - zwei Stunden vor Hochwasser - doch gerade anstieg, wurden für den Wind witzige Drachen gebaut. Auf jedem klebte ein Buchstabe, so dass die zehn Drachen gemeinsam den Titel "Kreuz&Quer" an den Himmel schreiben sollten.

Die Drachen waren schnell geklebt und geknüpft, los ging es zum "Rasenstrand", den die Wremer Gemeinde so hübsch für seine Besucher mäht und pflegt. Doch dort erwartete die Teilnehmer herrlicher Sonnenschein, strahlend blauer Himmel und -- keine einzige Wolke die etwas Wind übers Meer bringen wollte! Sturmfrei! Windfrei! Brisenfrei! Nicht mal ein Husten der Möwen sorgte für Luftbewegung.

Dennoch taten die Teilnehmer alles um die Fluggeräte in den Himmel zu bringen. Gemeinsam wurde sogar "deichaufwärts" gelaufen, in der Hoffnung somit etwas Auftrieb zu ergattern. Begleitet wurde diese Unternehmung vom wissenden Lächeln der  Einheimischen. Gut, der Plan ging nicht auf, aber die Jugendlichen hatten trotzdem sehr viel Spass, wurde anschließend versichert.

Nach dem Ausflug zum Strand ging es zu einer kleinen Stärkung aus Kakao und Keksen ins Gemeindehaus zurück und dann weiter zum Jugendgottesdienst in der benachbarten ev. Willehadi Kirche, die man uns freundlicherweise zur Verfügung stellte. Die alte Fischerkirche mit ihren Seemannssprüchen in den Decken und dem alten Schiffsmodell im Hauptschiff kam dem Thema Sturm schon mehr entgegen. Damit es auch in den Köpfen und Ohren stürmte, wurden die Jugendliche mit Sturm- und Gewittergeräuschen beschallt und gebeten, Rettungswesten anzuziehen. Als der imaginäre Sturm sich gelegt hatte ging es im Altarraum weiter, etwas besinnlicher, mit dem ruhigen Musikstück „Silent Storm“,  welches von den bedrückende Stürme in unserem Innern erzählte. Nach weiteren besinnlichen Momenten und Liedern, rief das Vorbereitungsteam dann zum Abendbrot ins Gemeindehaus. Und wer hätte es gedacht: Das schmale Abendbrot reichte tatsächlich für alle Gäste. Eine wunderbare Brotvermehrung – „Das können wir halt“, so die Bemerkung eines teilnehmenden Geistlichen.

Alles in allem hat sich die sturmfreie Wurster Nordseeküste an diesem Feiertag von seiner sonnigsten Sonntagsseite gezeigt, sowohl im Gemeindehaus, in der Kirche als auch am Wasser. Vielen Dank allen die mitgewirkt haben! Wir haben es in vollen Zügen genossen und freuen uns schon auf den nächsten Kreuz&Quer-Gottesdienst in WOLFSBURG am 5. Dezember.

Renate Grönniger