Die Geschichte von Ministranien-Wohldenberg

SPECTACULUM MINISTRANTIUM: Großer Turney-Tag auf dem Wohldenberg für die Ministranten und Ministrantinnen des Bistums Hildesheim am Sonnabend, 3.September 2011.
König Kalle Heinrich XXIII. Mundi (zugleich Fürst von Monstranzien und Lektorien, Herrscher über das vereinigte Königreich von Zingulumumba und Talarien, Herzog von Hostanien und Calixtanien) und seine liebreizende, wohlerzogene sowie bescheidene Tochter Prinzessin Luxuria Mundi luden ein zum Fest- und Spieletag auf den Wohldenberg.

 

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Aus dem Eichsfeld, der Heide und der Waterkant kamen Ministranten angereist, insgesamt gut 400 Kinder, Jugendliche und Begleiter, „Recken und Frownsleut“.An
diesem Tage wurden sie zu Civites, Bürgern der „königlichen Republik Ministranien“.
Sie mussten jedoch gleich zu Beginn im großen Festzelt erfahren, dass ihr Königshaus verarmt ist, weil ein Drache von der Gattung der „Börsenkracher“ sämtliche Wertpapiere derer zu Mundi in Rauch hat aufgehen lassen. Aus Schaden klug geworden hatte der König die geniale Idee, statt Papiergeld nun nicht brennbares Hartgeld herzustellen, die Währung „Ministranientaler“ wurde erfunden und war ab sofort die Maßeinheit für alle Spiele beim „Turney“. Das Volk jubelte. Der König erhoffte sich durch das Turney die Vermehrung der Taler, um endlich seine Krone und sein Gewand abbezahlen zu können.
Zu allem Überfluss kam aber schon während der Eröffnung Dramatik in das Geschehen: Eine ungebändigte Räuberbande aus den tiefen, dunklen Wäldern rund um den Wohldenberg raubten die Prinzessin und die „schwarze Kasse“ des Königs. Die Ritter machten sich sogleich mit einigen Kindern auf die Suche. Mit einem Herz voller Sorge ließ der König den Turney-Tag dennoch beginnen. Die Prinzessin sollte doch am Tage noch Ihrem Ritter versprochen werden! Nun, sie konnte sich jedoch bald selbst befreien; die Kasse blieb zunächst verschwunden. Immer wieder gab es Überfälle durch die Räuber; die überfallenen Ministranier schlugen sich und die Räuber tapfer. Erst zum Ende des Tages konnten die Räuber gezähmt werden.
Zurück zum Anfang des Turneys! Alle Ministranier, in Sippen von 4 – 7 Leuten zusammengeschlossen, sollten nun mit dem Grundgehalt von 10 Talern wuchern und spielen. Bei den verschiedenen Spielständen konnten sie das Geld vermehren, entweder, indem sie gegen
Spieler einer anderen Sippe antraten und um einen Wetteinsatz kämpften oder indem sie bei einer der zahlreichen „Manufacturen“ gegen Taler arbeiten konnten. Bei der ebenfalls vom König gegründeten Bank gab es sogar Zinsen.
Die meisten wählten zunächst die Jobs mit sicherem Einkommen, die sog. Manufacturen, z. B. das Scriptorium, die Musik- oder die schottische Tanzwerkstatt, die „Märchentante verkehrt“ (man musste ihr Märchen erzählen, gegen Taler freilich) oder leisteten schwere Frondienste bei den „Orga-Leut“.
Ganz schnelles Geld erhofften sich die Jäger der Räuber; gemeinsam mit zwei Rittern durchstreiften sie die Wälder und erbeuteten die geraubte „schwarze Kasse“ des Königs, die dem Finder als Finderlohn alsdann zustand.
Die Wettkampffreudigen suchten dann doch auch die sportliche Herausforderung an den zahlreichen Spielständen, wo man nun auch Taler verlieren konnte. An den Spielständen waren ca. 90 „Spiel-Leut“ beteiligt, unter anderem die Feuerwehr von Ministranien und das THW. Auch zwei Firmlingsgruppen aus Salzgitter boten Spielstände an: Rund um den Bergfried, den Wohldenberger Turm, konnte man sich ertüchtigen. Gnome mussten gesucht werden und richtig in Fahrt kamen die Ministranier beim Völkerballspiel und beim Flaggen-Raub-Spiel auf. Körperliche Ertüchtigung war auch angesagt beim Niedrigseilgarten und Baumklettern. Köpfchen brauchte man beim Bibel- und Lateinquiz.
Faszinierend war indes das Dorf der Greifenritter: Ein richtiges mittelalterliches Lager, mit zünftigen Zelten und Lagerfeuer, wo man Kettenhemdstoff „dengeln“ konnte, Lederbeutel herstellen, verschiedene mittelalterliche Spiele ausprobieren oder über offenem Feuer kochen lernen konnte.
Sogar Ablaßbriefe gab es zu kaufen! Anders als im Mittelalter zu einem wohltätigen Zweck: Der Erlös kommt der
Sternsingeraktion 2012 zugute (Päpstliches Missionswerk in Aachen).
6.000 Taler hatten die Bürger von Ministranien am Ende des Tages auf ihrem „Konto“ in der königlichen Bank, „Banca Plebis Ministraniensis“. Am meisten hatte die Gruppe aus Aerzen (bei Hameln) erwirtschaften können: 46,80 Taler pro Kopf! - Diese Taler durften die Gruppenleiter am Ende mitnehmen, um sie nach Abzug des Eigenbedarfs gegen Spende beim nächsten Adventscafé zu verkaufen und sie ebenfalls der Sternsingeraktion zukommen zu lassen.
Schließlich kam der Bischof, Bischof Norbert von Hildesheim, höchstpersönlich, wurde vom König und seiner von den Räubern befreiten Tochter über das Staatsgebiet geführt.
Der Tag wurde dann gekrönt durch den Gottesdienst mit Bischof Norbert im Festzelt. In der Predigt ging der Bischof auf das Mittelalter ein und beschrieb die Kleider, die in der Kirche heute noch in Gebrauch sind und die aus dem Mittelalter oder sogar aus noch früherer Zeit stammten. Wir schauen als Christen dennoch nach vorn, war die Botschaft und erwarten den wahren König, Jesus Christus. So geistlich gestärkt konnten die Ministranier sich wieder auf dem Heimweg machen.
Ministranien indes lebt weiter; auf der Homepage des Fachbereichs Jugendpastoral wurde ein Ministranien-Wohldenberg gegründet. Ministranten und Ministrantinnen dürfen dort die Staatsbürgerschaft erlangen. Neben Fotos und der Hymne der Ministranier wird es dort allerlei weitere nette Geschichten zu lesen geben.
Hendrik Becker, alias George (Import vom Hofe König Heinrichs VIII.), treu ergebener Herold, Hofnarr und Barde derer zu Mundi.
Ministranien, 5. September 2011.
Mittelalterlicher Diözesanministrantentag des Fachbereichs Jugendpastoral

 

 

Eckdaten:
Am 3. September 2011 auf dem Wohldenberg
Von 09:30 – 17:30 Uhr
400 Angemeldete Teilnehmer.
130 Helfer an den Spielangeboten und im Orgateam.
1 Zirkuszelt.
Rund um das Haus Wohldenberg: Zeltplatz, Fußballplatz, Burg.
Ca. 45 Spiel- und Wettkampfangebote.
Veranstalter: Fachbereich Jugendpastoral (Ministranten), Domhof 18-21, 31134 Hildesheim.

 

Bericht der Pfarrgemeinde Heilig Geist - Sarstedt

Bericht auf der Webseite des Bistum Hildesheim

 

 

 

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