Ein Zeltlager der etwas anderen Art – Friedensgrund 2013

Vom 21.7.-4.8.2013 haben sich in diesem Jahr etwa 120 Jugendliche verschiedenster Nationalitäten in Litauen getroffen und gemeinsam eine unvergessliche Zeit mit viel Spaß und neuen Erfahrungen verbracht. Es kamen Jugendliche aus Rumänien, Ungarn, Weißrussland, sowie aus der Ukraine, aus der Republik Moldau, Kroatien und Bosnien-Herzegowina, Litauen und aus Deutschland, um am Friedensgrund teilzunehmen.

 

Anfangs ging es erst einmal darum, sich gegenseitig kennenzulernen. Es wurden 

kleinere internationale Gruppen gebildet, in denen man dann gemeinsam gearbeitet und gespielt hat. Jede Gruppe hatte einen eigenen Namen, der auf dem Thema des diesjährigen Friedensgrundes beruhte. In Anspielung an das saftige Grün und die vielen Seen in Litauen drehte sich alles um Wasser. So gingen die Gruppennamen von den Water-Snakes und Whales bis zu den Penguins.

 

Nun bastelte jede Gruppe ihre eigene Flagge, die sie dann später im Rahmen einer Präsentation vorgestellt hat. Auch an vielen anderen Abenden fanden unterschiedliche Präsentationen der internationalen Gruppen statt, die einen immer wieder zum Lachen gebracht und für gute Stimmung gesorgt haben.

Unsere Tage waren mit einer Vielzahl unterschiedlichster Aktivitäten gefüllt: Verschiedenste Arbeitsprojekte, Schwimmen, Workshops, Beten, vielen Spielen und natürlich wurde auch gefeiert. Nicht zuletzt haben wir einige Ausflüge unternommen: zu dem sogenannten „Berg der Kreuze“, zu den höchsten Sanddünen Europas auf der Kurischen Nehrung und in die Stadt Kaunas.

 

Es fand täglich ein Morgen- und ein Abendgebet in unserem Kirchenzelt statt, wo wir zur Ruhe kommen konnten, gemeinsam geschwiegen und gesungen haben. Dabei haben uns die oftmals wunderschönen Gesänge der nationalen Gruppen in ihren Sprachen sehr beeindruckt.

Eindrücklich war auch die Begegnung mit einer älteren Dame, die an einem Nachmittag davon erzählte, wie sie nach dem Tod ihrer Eltern als ein sogenanntes Wolfskind am Ende des Zweiten Weltkriegs nach Litauen flüchtete. Dort lebte sie einige Wochen im Wald, bis sie von einer litauischen Familie aufgenommen wurde.

Das Arbeiten wiederum sah so aus: Entweder vor- oder nachmittags haben wir in unseren internationale Gruppen an verschiedenen Orten mit angepackt. Zum Beispiel wurde eine alte Hütte an der Kirche im Dorf abgerissen, die Laufbahn an der Schule ausgebessert oder Girlanden mit Tannenästen für das Dorffest gebastelt. An einigen Tagen haben wir außerdem im angrenzenden Regionalpark geholfen. Es gab jedoch auch arbeitsfreie Tage.

 

IMG_4853.jpgDer Spaß ist natürlich ebenfalls nicht zu kurz gekommen. Ein Spiel war zum Beispiel eine Art Olympiade zwischen den internationalen Gruppen. Dabei musste man etwa einen Parcours mit dem Rollstuhl überwinden oder sich als Gruppe mit verbundenen Augen so schnell wie möglich gegenseitig finden und an den Händen halten. Außerdem gab es einen litauischen Abend mit traditionellem Essen sowie Tänzen und einem Quiz, der uns einen kleinen Einblick in die litauische Kultur gab.

 

Es war eine Zeit, die schlecht zu beschreiben ist. Man muss sie selbst miterlebt haben. Es hat nicht nur Spaß gemacht, sondern man hat auch andere Menschen mit deren Kultur besser kennen und verstehen gelernt, vor allem haben wir viele neue Freunde gefunden. Trotz der verschiedenen Sprachen und Kulturen, gab es einen starken Zusammenhalt und man hat sich in der Gemeinschaft wohl gefühlt.

 

 

Also: Nichts wie auf zum nächsten Friedensgrund!

 

 

Corinna Wikowski und Catarina Arndt