Friedensgrund 2012 in Kroatien

„Friedensgrund kann man nicht erklären, man muss es erlebt haben!“, sagte einmal eine „Friedensgründlerin“. Wir versuchen es trotzdem:

 

„Ohhhhhhhhhhhhhhhhhh“, und eine Menschenrakete startet vor dem Dom in Hildesheim in die Höhe. 18 junge Menschen aus dem Bistum Hildesheim und 5 Motivierte des Lei(s)tungsteams starteten ihren Trip nach Kroatien, dort, wo der diesjährige Friedensgrund stattfand.

Nach 23 Stunden Fahrt mit Zwischenstopp in Wien, wo wir die ungarische Gruppe einsammelten, erreichten wir Ogorje, weitab von jeglicher Zivilisation in den Bergen, 30 km östlich von Split. Insgesamt 90 Jugendliche aus Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Ungarn, Litauen, Ukraine, Belarus, der Republik Moldau, Rumänien und Deutschland waren 10 Tage zusammen, um zu beten, zu arbeiten und Völkerverständigung zu betreiben. Wir zelteten inmitten von Bergen, sodass die Temperatur über Nacht gegen 15 °C sank, und man angenehm schlafen konnte. Bei bis zu 40°C tagsüber wurde jede Bewegung anstrengender.

 

Working project

 

Gearbeitet wurde gruppenweise an 3 Projekten, die dem Dorf Ogorje zugute kamen. Um das Gemeindehaus, auf dessen Gelände wir unsere Zelte aufgeschlagen hatten, verlief eine notdürftige Mauer aus Steinen, die zumindest auf der Straßenseite abgetragen und mit Zement wieder aufgebaut wurde. Wurzeln und Sträucher wurden entfernt und nicht jeder kam ohne Dornenkratzer und Rückenschmerzen davon. Darüber hinaus haben wir ein großes Kreuz am Eingang des Pfarrgeländes errichtet und einige Räume in der Schule des Ortes gestrichen.

 

Nationalpark Krka

 

Fast nahezu unberührte Natur begenete uns im Nationalpark Krka, dem einzigen seiner Art in Europa. Sieben große Wasserfälle sowie dutzende Anstauungen, Verengungen und Stromschnellen sind auf einer Länge von 2 km zu besichtigen. Zum krönenden Abschluss des Besichtigungsrundganges gingen wir direkt vor einem der größtem Wasserfälle Europas baden – unglaublich!

 

Drei weitere Ausflüge standen auf dem Programm, wobei jedes Mal die Schönheit des blauen Wassers zum Baden genutzt wurde. Eine Abkühlung hatten wir uns bei den kroatischen Temperaturen verdient. Außerdem waren wir in Trogir und Sibenik (dem Bistumsitz), der Festung in Knin, die große geschichtliche Bedeutung in Kroatien besitzt, und in einem Inselkloster.

 

 

Völkerverständigung

 

Neben Spaß & Spiel standen auch liturgische Einheiten auf dem Programm, so trafen wir uns vor dem Frühstück zum morning prayer, und nach dem Abendprogramm zum evening prayer. Orthodoxe Gottesdienste wurden auch angeboten, die vor allem von den östlichsten Nationen genutzt wurden. Das Vater Unser betete jeder in seiner eigenen Sprache und auch die Bibeltexte wurden für jeden übersetzt. Alles in allem eine sehr bunte Zusammenkunft!

 

 

Abschluss

 

Als am letzten Abend der Ort des Friedensgrundes 2013 bekannt gegeben wurde, war die Stimmung gigantisch. Nächstes Jahr geht’s nach Litauen, und viele der Jugendliche versprachen, sich dort wieder zu sehen. Die allgemeine Stimmung war großartig. Zwar ist es nicht ganz einfach jeden kennenzulernen, aber ein Blick in die Kultur des anderen zu werfen war genial. Am letzten Morgen wurden die letzten Erschöpften behandelt, der Zeltplatz war aufgeräumt, als wäre nichts passiert und jede Nation reiste ab. Der dort lebende Priester „Fra Stipe“ war begeistert von unserer Athmosphäre und freut sich natürlich über sein neues Kreuz und die Mauer. Der 23. Friedensgrund ging zu Ende, es entstanden neue Freundschaften, 90 neue Steinexperten und die Nationen rückten ein Stück weiter zusammen.

 

Bericht von Karolina Cecot & Charlotte Drath