Friedensgrund 1996

Rumänien (Sinpaul bei Arad)

Am letzten Juliwochenende sind wir, 38 Jugendliche aus dem Bistum Hildesheim, wohlbehalten aus der Ukraine zurückgekehrt. Zwei Wochen lang haben wir beim Aufbau einer Kirche in der Nähe der Stadt L´viv (Lemberg) geholfen. Unter uns war Bischof Dr. Josef Homeyer, der die Reise zwar offiziell als Urlaub bezeichnete, tatsächlich aber zu denjenigen gehörte, die sich bei der Arbeit am wenigsten schonten.

Blick auf das Lager. Das weiße Bauwerk im Hintergrund ist die Kirche.

 

 

Einheit ist möglich

Zusammen mit Jugendlichen aus Tschechien und der Ukraine lebten die deutschen TeilnehmerInnen in einem Zeltlager inmitten malerischer Landschaft, direkt an einem See. Für Strom, Wasser sowie das leibliche Wohl der insgesamt 120 Personen sorgten Freiwillige des Malteser Hilfsdienstes. Trotz des geballten Programms wurden bald über Nationalitäten und Konfessionen hinweg Kontakte geknüpft. Hierzu trugen auch die gemeinsamen Aktivitäten wie Tanz- und Spielabende bei, an denen den Gästen die Kultur des Landes nähergebracht wurde. War gerade kein Dolmetscher zur Hand, behalf man sich mit den schulischen Englisch- und Russischkenntnissen. Auch Ausflüge nach Lemberg und in Kirchen, Klöster und historisch bedeutsame Orte der Umgebung gehörten mit zum Programm.

 

 

Ora et labora

Vom Lager aus ging es jeden Morgen zur einige Kilometer entfernten Baustelle, einer Kirche, deren Bau die griechisch-katholische Gemeinde begonnen hatte. Hauptaufgabe war es, eine 80-stufige Treppe aus Beton anzulegen, die auf den Berg führte, auf dem die Kirche liegt. Lohn der Arbeit: Der griechisch-katholische Weihbischof besuchte die Jugendlichen und weihte die halbfertige Kirche ein. Die gesamte Gemeinde versammelte sich zu dem Gottesdienst. Anschließend kochten ukrainische Frauen für die Jugendlichen das Nationalgericht.


Jugendliche aus drei Nationen bilden eine Menschenkette, um Ziegelsteine zu transportieren.
Jede der fünf vertretenen Konfessionen (römisch-katholisch, griechisch-katholisch, ukrainisch-orthodox, autokephal-orthodox und armenisch-apostolisch) richtete einen Lagergottesdienst aus. So bekam man die Gelegenheit, die Liturgien der Schwesterkirchen hautnah kennenzulernen.

"Christus vereinigt alle Herzen"
Es ist schwer, nicht nur eine sachliche Schilderung zu geben, sondern auch eine Vorstellung von der einzigartigen Atmosphäre des Friedens, der Freundschaft und der Toleranz zu vermitteln, die vom ersten bis zum letzten Moment im Lager herrschte! Der diesjährige Friedensgrund war ein wichtiger Schritt zur Ökumene und für alle Beteiligten ein unvergeßliches Erlebnis
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Bernd Kappenberg